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Big Bang

Autor

Dana Țârlescu

Wer hat sich beim Anblick des Sternenhimmels nicht schon einmal die Frage gestellt, ob es so bis "ins Unendliche" weitergeht? Die Unendlichkeit ist natürlich schwer vorstellbar, trotzdem scheint sie die bequemste Art zu sein, das Weltall zu charakterisieren. Denn, wenn es nicht unendlich groß ist, muss es begrenzt sein. Und wie ist eine solche Bergrenztheit vorstellbar, ohne dass sich nicht sofort Frage erhebt, wie es hinter dieser Grenze weitergeht?
In der Antike fanden die Menschen eine befriedigende Antwort auf diese Fragen: Sie hielten die Welt für endlich. Das Problem ihrer Grenzen wurde auch relativ einfach gelöst: über den Sphären der Planeten und Fixsterne begann der "Himmel", der als Wohnstätte der Götter nicht weiter besprochen werden durfte.
Als Giordano Bruno gegen Ende des XIV-Jahrhunderts als erster behauptete, dass jeder einzelne Stern eine Sonne sei, wie unsere eigene, und dass das Universum keine zeitlichen und räumlichen Grenzen besässe, wurde er als Gotteslästerer öffentlich verbrannt. Trotzdem blieb seine Theorie über die Unendlichkeit des Weltalls viele Jahre hindurch, als richtig angesehen.
Erst im XIX. Jahrhundert kam ein deutscher Arzt, dr. Wilhelm Olbers, auf den Gedanken, dass die Welt gar nicht unendlich sein kann. Sein Beweis beruhte auf einem ganz alltäglichen und selbstverständlichen Phänomen: das, dass es dunkel wird. Bei seinen astronomischen Überlegungen war Olbers auf einen Widerspruch gestoßen, der scheinbar die Unmöglichkeit eines unendlich großen oder alten Weltalls beweisen konnte: Wenn das Weltall unendlich groß war und wenn dieses unendlich große Weltall überall gleichmäßig mit Sternen erfüllt war, dann müsste nämlich der ganze Himmel auch nach Sonnenuntergang genau so hell leuchten wie die Sonne. Und trotzdem wurde es jeden Abend dunkel.
Die Wissenschaftler versuchten vergebens eine Erklärung zu finden. Sie nahmen zum Beispiel an, dass das Weltall vielleicht nicht ideal durchsichtig sei. Dadurch standen sie aber nur noch vor einem anderen Widerspruch. Wenn es im Weltall Wolken gab, die das von den Sternen ausgehende Licht verschluckten, dann müssten diese Wolken (angenommen, die Welt sei auch zeitlich unbegrenzt) schon längst so stark aufgeheizt sein, dass sie wie Sterne leuchteten.
Es gab also keine andere Erklärung für diesen Widerspruch, als dass das Weltall nicht unbegrenzt sei. Die alte Frage kam aber wieder auf: Wie ist die Welt begrenzt? Was steht hinter ihren Grenzen?
Die Frage beantwortet zu haben ist die Leistung Albert Einsteins. Mit Hilfe seiner Relativitätstheorie gelangte er zur Schlussfolgerung, dass der Raum des Weltalls gekrümmt sei und deshalb gar keine Grenzen brauche.
Zur Zeit des ersten Weltkrieges wurde auf dem Mount Wilson in Kalifornien ein neues Spiegelteleskop eingeweiht. Es hatte einen Spiegeldurchmesser von 2,5 m und blieb dreißig Jahre lang das größte Fernrohr der Erde. Mit Hilfe dieses Instrumentes gelang dem Chef des Observatoriums, Edwin P. Hubble, die Feststellung der sogenannten "Expansion des Weltalls".
Die jahrelangen Untersuchungen führten zu einer Schlussfolgerung, die noch heute gültig ist: Alle Spiralnebel entfernen sich mit großen Geschwindigkeiten in allen Richtungen voneinander. Dabei ist ihre relative Geschwindigkeit zueinander um so grösser, je weiter sie voneinander entfernt sind.
Das würde heißen, dass das ganze Weltall durch eine riesige Explosion entstand, die (wie mathematisch ausgerechnet wurde), vor rund 13 Milliarden Jahren stattgefunden haben musste, Explosion, die wir heute noch in Form der "Expansion des Weltalls" miterleben.
Die Theorie schien richtig zu sein, die Beweise aber fehlten. Robert H. Dicke begann damit, die Bedingungen zu berechnen, die in den ersten Sekunden der Existenz des Weltalls geherrscht haben mussten. Daraus versuchte er zu schließen, ob ein Teil dieser Erscheinungen nicht auch heute noch nachweisbar wäre, und gelang zur Schlussfolgerung, dass von dem Explosionsblitz des "Urknalls”, heute noch eine Isotrope Strahlung von etwa 3 Grad Kelvin übrig sein müsste. Erst 1965 gelang es den Forschern A. Penzias und R. Wilson, ohne zu wissen, mit Hilfe ihrer Spezialantenne, das Echo der Entstehung der Welt "zu hören". Dadurch wurde bewiesen, dass die Welt vor 13 Milliarden Jahren mit einem Blitz aus dem Nichts entstand. Doch was war vor dem Blitz?
Die Antwort auf diese Frage ist den Wissenschaftlern noch unbekannt. Manche rechnen aber mit der Möglichkeit einer „gebremsten“ Expansion des Weltalls. Das würde heißen, dass sich die Himmelskörper immer langsamer voneinander entfernen würden, bis sie zum Stillstand kämen. Darauf würde der umgekehrte Prozess beginnen, der wieder zu der Konzentrierung der ganzen Materie des Weltalls (wie vor 13 Milliarden Jahren) und zu einer neuen Explosion führen würden.
Die Frage über den Anfang der Welt bleibt aber dadurch noch immer offen. Was war vor der ersten Explosion? Gab es überhaupt eine Erste? Wird es eine Letzte geben? Geht diese Pulsation bis ins Unendliche weiter? Was ist das Unendliche?

Dana Țârlescu

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