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Eine unwirkliche Reise

Autor

Liane Irimia

Nur noch zwei Schrauben sind zu befestigen und unsere Maschine ist fertig. Aber das ist nicht so ein Fahrzeug, das man überall sieht. Nein! Denn indem man einen Schaltknopf drückt, kann man in Zeit und Raum fahren. Eine Freundin und ich haben jahrelang daran gearbeitet und nun ist sie beinahe fertig. Die Menschen pflegen uns darauf aufmerksam zu machen, dass wir Träumer sind und dass all dies bloß Geld - und Zeitverschwendung wäre.
Und nun waren wir bereit ihnen zu zeigen, dass sie uns vergeblich tadelten. Wir bestiegen die Maschine zitternd vor Angst und Hoffnung. Wird wirklich etwas daraus, oder werden wir dem Spott der ganzen Stadt ausgesetzt? Wir wurden uns einig, zurück nach England zu fahren, in Elisabeths Regierungszeit, als das Land politischen und wirtschaftlichen Höhepunkt erreicht hatte. Wir drückten den Schaltknopf und für einen Augenblick schien es, als ob die Zeit stehengeblieben wäre. Als wir die Augen öffneten, war alles, uns Bekanntes, außer Sicht und wir fuhren durch den Raum. Unsere ganze Reise dauerte nur wenige Minuten und nur schwerlich fanden wir heraus, was eigentlich geschehen war. Alles, was wir wussten, war, dass unsere Maschine auf englischem Boden landete.
Wir stiegen aus und wurden der Schönheit der Umgebung bewusst. Und weiter entfernt konnten wir Hampton-Court sehen. Früher hatten wir es auf Fotos und Postkarten bewundert, aber nie konnten wir uns etwas so Schönes vorstellen. Ihre rotgeziegelten Wände sahen so schön inmitten der grünen Bäume aus. Es war alles so traumhaft, so unglaublich schön...
Langsam gingen wir darauf zu. Aber auf dem Weg begegneten wir einigen neugierigen Dienern, die ganz erstaunt unsere ungewöhnliche Kleidung anstarrten. Da sie unsere Geschichte nicht so ganz zu glauben schienen, führten sie uns zu der Königin, damit sie das Rätsel selbst lösen soll. Es war aber eine schwere Sache, die "große Elisabeth" zu überzeugen. Wir erzählten ihr alles, über Englands Geschichten, über die Tudors. Wir priesen der Königin ihre Diplomatie und Begabung, stets wissend, wann man streng und wann man nachlässig sein muss. Natürlich erzählten wir ihr über Mary Stuarts Gefangenschaft in Fotheringhay. Aber leider stellten wir uns damit nicht zufrieden und sagten ihr noch, dass Marys Hinrichtung umsonst sei, weil ihr Sohn, James I, Elisabeths Folger auf dem Throne sein werde. Elisabeths vulkanisches Temperament konnte das nicht aushalten und wir wurden in den "wohlbekannten" Tower eingesperrt.
Am nächsten Tag sollten wir zusammen mit Schottlands Königin enthauptet werden (welche Ehre! ).
Die Guillotine fiel... und der Wecker klingelte.

Eine unwirkliche Reise

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