
Kommunikationsproblem am Nord- und Südpol und an allen Polargebieten fast endgültig gelöst
Autor
Hanno Höfer
Wie bekannt, sendet der Mensch beim Aussprechen der Wörter gleichzeitig Atem (CO2) in die Atmosphäre ringsum. In den nördlichen Gebieten, dort, wo es besonders kalt ist, sieht man den ausgestoßenen Atem in Form von Dampf. Da es aber in jenen Gebieten, wie schon gesagt, sehr kalt ist, gefriert er augenblicklich (für das menschliche Auge kaum sichtbar) und zerschellt am Boden (für das menschliche Ohr kaum hörbar).
Aufgrund dieser Tatsache ist es der modernen Wissenschaft ein bisher unerklärbares Phänomen der Physik, der Chemie und der Biologie. Allerdings aber sind die Ansichten geteilt. Diesen wissenschaftlichen Tatsachen zufolge wurde der Vorgang der Aussendung, Absorbierung, Kristallisierung, Akkumulation und Tonwiedergabe erklärbar gemacht.
Worum es sich handelt: Wenn man in den kälteren Gebieten (Alaska, Grönland oder an beiden Polen) hören will, was der andere (das Gegenüber) sagt, muss man eine Weile warten, denn die Wörter (dieses Phänomen ist schon lange bekannt) kommen in Form von kleinen oder großen, je nach der Länge des Wortes, Eisblöcken aus dem Mund und werden erst dann hörbar, wenn man diese Eisblöcke schmilzt. Dieser Vorgang kommt allerdings nur in Gebieten mit unter -35 Grad Celsius vor.
Aufgrund aller modernsten wissenschaftlichen Verfahren ist es gelungen, diesen kuriosen, aber wahren Vorgang zu erklären. Wie schon gesagt, wird dieser Vorgang Aussendungs-, Absorbierungs-, Ausstrahlungs-, Akkumulierungs- und Wiedergabe-Prozess genannt. Und nun zu einer kurzen Erklärung: Der Atem kommt zusammen mit dem Schall aus dem Mund. Das wäre die erste Etappe, die Aussendung. Der Atem gefriert dabei und zugleich wird der Schall im Eis eingekapselt. Diese beiden Stufen sind die Kristallisation und die Akkumulierung. Das Schmelzen des Eises nennt man Tonwiedergabe.
Diese Erklärung wurde von englischen und französischen Wissenschaftlern ausgearbeitet. Die Erklärung der amerikanischen Wissenschaftler hingegen unterscheidet sich im ausschlaggebenden Prozess der Absorbierung von den anderen Erklärungen. Diese Professoren behaupten nämlich, es gebe gar keine Absorbierung des Schals vom Dampf oder von Eismolekülen, sondern umgekehrt, der Schall ziehe diese kleinen Kristalle (dem menschlichen Auge kaum sichtbar) an, und die würden dann eine kompakte Masse um den Schall bilden und ihn eindämmen. Ganz gleich, welches jetzt die richtige Lösung wäre, die Wissenschaft ist trotzdem höchst interessiert, denn diesen Theorien zufolge sieht es so aus, als ob der Schall konservierungsfähig wäre. Der Wissenschaft tun sich nun bisher ungeahnte Perspektiven und Hoffnungen auf. Die Archäologie und Anthropologie ist um zig Schritte weiter, denn… man stelle sich das vor: Mammutschreie von vor 40.000 Jahren würden durch Wärmeeinfluss hörbar, ja sogar der Trumphschrei von Roald Amundsen, als er als Erster am Südpol war, würde hörbar, ferner entdeckte man noch Jagdschreie der Eskimo, Gebrülle der Seekühe vor hunderttausend Jahren usw.
Dank dieses Schallkonservierungsvorgangs kann, da die Welt sowieso in einer Energiekrise steckt, bald viel Energie, besonders elektrische, gespart werden. Berühmte Rockbands, Kammerorchester, Chöre usw. fahren jetzt in die Polargebiete, um ihre Stücke aufzunehmen. Bei den Konzerten stehen dann anstatt der Musiker Eisblöcke, mehrere kleine oder ein großer, auf der Bühne, die geschmolzen werden, wobei dann die Musik hörbar wird. Sonst blieb das ganze Konzertarrangement allen gespart, obzwar die Tonqualität manchmal auch zu wünschen übrig lässt, wenn zufällig ein Seehund brüllt oder so.
Andere besondere Maßnahmen wurden noch nicht ergriffen, außer einer batteriebetriebenen elektrischen Pfanne, die es ermöglicht, die Wörter in Sekundenschnelle zu schmelzen. Die Zeit von der Aussendung bis zur Wiedergabe beträgt mit Hilfe dieser Pfanne nur 3,5 Minuten.
P.S. Folglich ist die Zeit dort um 3,5 Minuten verschoben.
Hanno Höfer – XI. D



