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Mode oder Antimode

Autor

Quasimoderno

Vor einigen Tagen, als ich in einer Pause den Schulhof ansah, wurden meine Augen auf einmal das Opfer eines heimtückischen Attentats. Das Sonnenlicht, aus mehreren Spiegeln auf einmal in meine Augen projiziert, blendete mich für einige Augenblicke. Nur schwer konnte ich die Augen wieder öffnen. Ich suchte die Spiegel, die diesen Angriff ermöglicht hatten, doch nichts schien passiert zu sein. Ich konnte in keiner Hand einen Spiegel bemerken. Und dann sah ich es!...

Zehn bis zwanzig Glatzen, das Licht in allen Regenbogenfarben reflektierend, schöner als jedwelcher Edelstein, den wir auch nur träumen könnten, schmückten unseren Schulhof. Und das war nicht alles: Die Köpfe, die zu diesen Glatzen gehörten, waren die Köpfe meiner Kollegen. Augenblicklich verstand ich alles! Dies war sicherlich eine neue Methode, dem Artikel der Schulvorschrift zu entweichen, der erwähnt, dass die Schüler ihr Haar in Ordnung halten müssen. (Jeder verstehe daraus, was er will. Die Direktion gibt acht darauf, dass alle offiziell dasselbe verstehen). Bis jetzt hatten ganze Generationen von Schülern, von weißblonder bis zu blauschwarzer Haarfarbe, vergebens versucht, ihre Haare in relativer Unordnung zu halten. Dass es ihnen nicht gelungen ist, das ist eine andere Sache. Aber was ich heute sah, war noch schlimmer, viel schlimmer: Eine ganze Schülergruppe übertrat die Vorschrift, indem sie ihre Haare nicht behielt (man soll die HAARE in Ordnung HALTEN).
Oder vielleicht möchten meine erfinderischen Kollegen ihre Finanzen ein wenig auffrischen? Ich weiß nicht, wie viel Stutzgeld man damit erspart, aber sicherlich gewinnen sie auch durch den Haarhandel, den sie treiben können. Hoffentlich ist ihr Haar mindestens so gut wie die Schweineborsten.
Aber wenn sie so gerne kahlköpfig herumlaufen, dann ist es ihre Sache, doch meine Meinung ist, dass sie auch sonst Haut genug zum Sonnen haben.
Hoffentlich ist zur Stunde, da diese Zeilen erscheinen, die Mode schon vergangen, und meine Kollegen haben eine (relativ) normale, schulmäßige Frisur. Bis dann bitte ich unsere modeeinführenden Persönlichkeiten nicht zu vergessen, dass es Schüler gibt, denen das, was sie über dem Hals tragen, nur zur Haartracht verwendbar ist. Warum sollte man ihnen auch diesen letzten Zweck dieses Körperteils entwenden?
Und jetzt, sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen, verabschiede ich mich von euch - nicht ohne das Versprechen, dass wir vielleicht in der nächsten Nummer über die Punk-Frisur diskutieren werden.

Quasimoderno


Mode oder Antimode

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